Greta Thunberg - Ihr Aufstieg zur Bekanntheit


Greta Thunberg bei einer Rede zum Europäischen Parlament im März 2020.


Am 3. Januar dieses Jahres wurde Greta Thunberg 18 Jahre alt. Sie heißt mit vollem Namen Greta Tintin Eleonora Ernman Thunberg und wurde in Stockholm geboren. Ihr Vater Svante Thunberg ist Schauspieler und ihre Mutter Malena Ernman Sängerin. Vom Klimawandel erfuhr die spätere Klimaaktivistin mit acht Jahren in der Schule. Danach las sie immer mehr darüber. Sie entwickelte Depressionen und mit zwölf wurde bei ihr das Asperger-Syndrom diagnostiziert. Ihr Klimaengagement half ihr jedoch, Essstörungen und Depressionen zu überwinden. Sie sorgte zunächst dafür, dass ihre Familie Energie einsparte. Außerdem entschloss sie sich dazu, nicht zu fliegen, einen Kaufstopp einzulegen und wurde Veganerin. Später überzeugte sie auch ihre Familie davon. Im Mai 2018 gewann sie einen Schreibwettbewerb zur Umweltpolitik. Dadurch lernte sie Menschen kennen, die sie zu ihrem Einsatz für das Klima inspirierten. Wenig später setzte sie sich auch öffentlich für Klimaschutz ein. Thunberg erklärt, sie sehe die Welt aus einer anderen Perspektive und habe ein Spezialinteresse. So etwas sei im Autismus-Spektrum sehr verbreitet. Außerdem möge sie es nicht, wenn Menschen ihre Aussagen nicht wahr machen. Ihre Erkrankung an Asperger sieht sie als Geschenk, da man in einer Krise Personen brauche, die anders denken. Ihre Protestaktion begann Greta Thunberg in der Dürre- und Hitzewelle 2018, drei Wochen vor der Wahl des schwedischen Reichstags. Am 20. August 2018 setzte sie sich mit einem Schild mit der Aufschrift „Skolstreijk för Klimatet“ (übersetzt „Schulstreik für das Klima“) vor den Reichstag. In den ersten Tagen berichteten von ihrer Protestaktion nur einige Lokalmedien. Am 27. August wurde in Deutschland der erste Bericht veröffentlicht. Obwohl ihre Eltern und Lehrer den Streik kritisierten, führte sie diesen bis zur Wahl am 9. September täglich durch, danach nur noch freitags. Ab November gab es einige Nachahmer. In Schweden protestierten zunächst Schüler und Schülerinnen vor den Rathäusern von ca. 100 Kommunen. Später gab es auch in Australien, Belgien, Frankreich und Dänemark Proteste. Die Schüler organisierten sich unter dem Hashtag #FridaysForFuture, der später zum Namen der Bewegung wurde. Am 30. November protestierten allein in Australien mehr als 10000 Menschen. Anfang Dezember demonstrierten mehr als 20000 Schüler in ca. 270 Städten, unter anderem auch in Deutschland. Thunberg, nun ein Idol geworden, trat in den folgenden Monaten bei Protestveranstaltungen in verschiedenen europäischen Ländern auf und hielt dort Reden. Sie besuchte zusammen mit ihrem Vater auch wichtige politische und wirtschaftliche Treffen. Im Dezember 2018 nahm sie an der Klimakonferenz in Katowice teil. Dort traf sie UN-Generalsekretär António Guterres und hielt eine Rede. Im Januar 2019 besuchte sie das Weltwirtschaftsforum in Davos, wo sie unter anderem Christine Lagarde, die damalige Präsidentin des Internationalen Währungsfonds, traf. Zu diesen Treffen reiste sie immer möglichst umweltfreundlich, d.h. mit Elektroauto oder Zug. Im Februar redete sie im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss in Brüssel und forderte, den CO₂-Ausstoß bis 2030 um 80 % zu senken und dabei auch Luft- und Schifffahrt mit einzubeziehen. Im April sprach sie noch vor dem Umweltausschuss und wenig später besuchte sie auch eine Audienz von Papst Franziskus. Im August beendete sie das Abschlussjahr der 9-jährigen Grundschule trotz Schulstreiks mit hervorragenden Noten. Das darauffolgende Schuljahr ließ sie aus, da sie ihre Schulpflicht erfüllt hatte und sie Klimaaktivismus und Schule nicht miteinander vereinbaren konnte. Greta Thunberg nahm auch am UN-Klimagipfel und der Generalversammlung der Vereinten Nationen im September in New York City, teil. Sie wollte kein Flugzeug benutzen und reiste deshalb mit der Segelyacht des deutschen Seglers Boris Hermann, deren elektrische Systeme mit einem Photovoltaiksystem betrieben werden. Die Aktion sollte Aufmerksamkeit erregen und nicht direkt das Klima retten. Am 28. August kam Thunberg in New York an und wurde von vielen Sympathisanten begrüßt. Auf dem Klimagipfel traf sie zunächst Angela Merkel und hielt anschließend eine Rede. In dieser Rede forderte sie von den rund 60 Staatsoberhäuptern mehr Einsatz für das Klima und warf ihnen vor, die jüngere Generation im Stich zu lassen. Aus dieser Rede stammt auch der daraufhin berühmt gewordene Ausruf „How dare you?“. Im Dezember nahm sie auch an der 25. UN-Klimakonferenz in Madrid teil. Zu dieser reiste sie mit dem Katamaran eines Seglerehepaares, da der Tagungsort von Chile nach Spanien verlegt wurde und sie deswegen den falschen Weg genommen hatte. Im Januar 2020 nahm sie erneut am Weltwirtschaftsforum in Davos teil und im August nahm sie schließlich die Schule wieder auf. Während der Coronakrise musste Fridays for Future auf große Demonstrationen verzichten. Aus diesem Grund führten viele der Aktivisten, unter anderem auch Greta Thunberg, ihren Schulstreik digital durch, indem sie ein Bild von sich beim Protest auf sozialen Medien teilten oder manchmal auch in kleineren Gruppen Demonstrationen veranstalteten. Auch wurden verschiedene andere digitale Mittel des Protests von FFF genutzt. Zum Beispiel führten sie Online-Streiks durch, indem sie dazu aufriefen, bestimmte Hashtags zu benutzen, um Aufmerksamkeit zu generieren. In diesem Januar nahm Greta Thunberg (digital) schon zum dritten Mal am Weltwirtschaftsforum in Davos teil. Für ihr Engagement bekam Thunberg schon viele Preise, u. a. auch sehr wichtige. 2019 wurde ihr im September zusammen mit Fridays for Future der Ambassador of Conscience Award („Botschafter des Gewissens“) von Amnesty International und im Dezember der als Alternative Nobelpreis bekannte Right Livelihood Award verliehen. 2018 war sie auf der Liste der 25 einflussreichsten Teenager des Jahres und 2019 sowohl auf der Liste der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten des Jahres (beides Time), als auch auf Platz 100 der 100 einflussreichsten Frauen der Welt (Forbes). Außerdem wurde sie 2019 auch zur „Person of the Year“ gekürt (Time). Auch wurde sie sowohl 2019 als auch 2020 und 2021 für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Die Preisgelder, die sie erhielt und die teilweise bis zu 1 Mio. € betrugen, spendete sie immer an Klima- und Umweltorganisationen. Interessant ist, dass schon fünf Arten der Riesenkrabbenspinnen (Thunberga greta, Thunberga hildebrandti, Thunberga malagassa, Thunberga nossibeensis, Thunberga septifer), zwei Schneckenarten (Craspedotropis gretathunbergae, Opacuincola gretathunbergae), eine Käferart (Nelloptodesgretae) und vier Arten der Weberknechte (Thunbergia gretae, Thunbergia grandis, Thunbergia wangi, Thunbergia zhui) nach ihr benannt wurden und die Universität Mons (Belgien) ihr einen Ehrendoktortitel verliehen.


Erschienen in The Dag Times, Ausgabe II vom Mai 2021.

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